Deutschland wird Stromimporteur

Nach dem Kernenergie-Moratorium muss Deutschland Strom importieren. Diese unbequeme Nachricht scheint manch einem nicht so richtig ins Weltbild zu passen. So veröffentlichte Spiegel Online diesen Artikel, in dem der Lobbyist Andree Böhling, „Energieexperte“ von Greenpeace, natürlich behaupten darf, dass alles eigentlich gar nicht so schlimm ist und dass die Zahlen des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nur Panikmache sind.

Auch eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums widersprach der Aussage, dass Deutschland nun Nettoimporteur geworden sei. Dazu findet man bei Welt Online in diesem Artikel allerdings folgendes:

BDEW-Sprecherin Müller erklärte jedoch, aufs Jahr bezogene Durchschnittswerte „helfen uns nicht weiter“. Für die Versorgungssicherheit und Netzstabilität sei vielmehr entscheidend, dass das Stromangebot in jeder Sekunde des Jahres genau der Stromnachfrage entspreche.

Unglaublich. Wie schön man mit Statistik doch die Realität negieren kann. Natürlich ist Deutschland in einem aufs Jahr bezogenem Durchschnittswert immer noch Stromexporteur und das wird sich über einige Monate hinweg auch nicht ändern, denn ein jährlicher Durchschnittswert ändert sich eher langsam. Wir werden uns wohl die Mär von Deutschland als Strom-Exporteur noch einige Zeit anhören müssen. Sofern die abgestellten Kernkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen wird sich das aber ändern. Welchen Schmarren sich Andree Böhling dann einfallen lässt, wird bestimmt lustig.

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Eine Antwort zu Deutschland wird Stromimporteur

  1. Wetterfrosch schreibt:

    BDEW, Ingenieure, Techniker… alles nur Fachleute, pahh. Wahre Experten gibt´s nur bei Greenpeace, BUM und Co.
    Ich wette, die Experten sind auch die ersten, die bald für erhöhte Nachfragen bei Kerzen und warmen Decken sorgen.

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