Feinstaub ueber alles: Der Fall Enstrom

James Enstrom ist Professor. Genauer gesagt Forschungsprofessor an der staatlichen Universität Kaliforniens, Campus Los Angeles (UCLA). Schon seit 1976 ergründet der Epidemiologe, der mit wissenschaftlichen Koryphäen zusammengearbeitet hat, auch mit einem Nobelpreisträger, in zahlreichen Veröffentlichungen die Zusammenhänge von Umwelteinflüssen und ihren gesundheitlichen Auswirkungen. Im Juni 2010 teilt ihm der Geschäftsführende Direktor des Institut für Umweltgesundheitswissenschaften, Prof. Richard Jackson, aus heiterem Himmel mit, dass er ab Ende August die Universität zu verlassen habe, was die zuständige Prodekanin im folgenden Juli bestätigt . Als Hauptgrund für die faktische Entlassung wird in beiden Schreiben die Behauptung genannt, dass Enstroms “Forschung nicht im Einklang mit dem akademischem Auftrag des Instituts” stehe. Was damit gemeint sein könnte, ist angesichts des wissenschaftlichen Profils von Prof. Enstrom zunächst nicht erkenntlich, zumal er – genau wie viele seiner Institutskollegen – in den letzten Jahren sich hauptsächlich mit den Zusammenhängen von Feinstaub und Gesundheitsproblemen beschäftigt hat. Sogar die größte Untersuchung zur Korrelation von Sterblichkeit und Feinstaubexposition, publiziert 2005, stammt aus seiner Feder.

Bei näherem Hinsehen deutet sich jedoch an, wo das Problem liegt. Enstrom kam in seiner Untersuchung von 50.000 Kaliforniern zu dem Ergebnis, dass kein statistischer Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung (PM2,5) und der allgemeinen Sterblichkeit besteht. Damit setzte er sich in einen Widerspruch zu einigen Arbeiten seiner Kollegen und jenen Mantras, auf denen in Kalifornien aktuelle gesetzliche Regularien, etwa für das Transportgewerbe basieren. Dort geht man von mehreren Tausend jährlichen Toten durch Abgasfeinstaub aus, Enstrom zufolge dürfte diese Zahl bei ungefähr Null liegen.

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