Kurssturz bei EU-Emissionsrechtehandel

EU Carbon Credits via Bloomberg - BLUENEXT

Die Europäische Union versucht seit 2005 durch die Einführung des EU-Emissionsrechtehandels, das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutzziel zu erreichen. Es ist das weltweit erste multinationale Emissionsrechtehandelssystem und sollte als Vorreiter eines möglichen weltweiten Systems fungieren. Ein erstes Anzeichen, dass der internationale Emissionsrechtehandel ins stocken kommen könnte, war der leise Abgang der CCX — der amerikanischen Emissionsrechtebörse Chicago Climate Exchange. Ende 2010 wurde die CCX geschlossen.

Letzte Woche begann Griechenland ihre Emissionsrechtezertifikate auf der europäischen Emissionsrechtebörse ECX zum Kauf anzubieten, da sie aufgrund ihrer angespannten Haushalssituation dringend Geld benötigen. Weitere Länder, wie Portugal, könnten folgen. Das Problem: von den 1.000.000 angebotenen Zertifikaten wurden nur 6.000 gekauft! In der Folge stürzte der Kurs für EU-Emissionsrechtezertifikate um 20%.

Des Weiteren blockierte Polen ein weiteres EU-Abkommen über eine Reduzierung von CO2-Emissionen, indem sie ihre Zustimmung zu einem neuen Stufenplan verweigerten (Danke, Polen). Das Scheitern des Kyoto-2 Abkommens, die Blockade Polens sowie die Zertifikatsverkaufspläne von Griechenland und weiteren europäischen Nationen dürften den Zertifikatehandel weiter unter Druck setzen. Weitere Kursverluste sind zu erwarten.

Quelle: http://ecotretas.blogspot.com/2011/06/co2-tumbling-down.html

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