Objektive Falschinformationen

Oder: wie man durch Weglassen wesentlicher Informationen oder zünden von Nebelkerzen nicht offensichtlich lügt. Gestern Abend wollte ich mir „Hart aber Fair“ im Öffentlich-Rechtlichen ansehen, aber der Wegzapp-Reflex war mächtiger als ich. Sehr viel besser ist die Berichterstattung bei welt.de auch nicht, aber immerhin kann ich nachlesen, was ich verpasst habe.

In seltener Eintracht versuchten Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, direkt zu Beginn der Diskussion den Eindruck zu erwecken, dass die ganze Sache doch so schlimm nicht sei.

„Eine objektive Falschinformation“ nannte Röttgen die Tatsache, dass die Energiepreise durch die der Energiewende zugehörigen Gesetze so stark gestiegen sein sollen.

Höhn unterstützte ihn, über Parteigrenzen hinweg, in der Aussage, dass die Bundesregierung zwar nicht Schuld sei: „Es gibt viele andere Gründe, die für die Preissteigerungen verantwortlich sind.“

Sicher, die Energiewende, die letztes Jahr eingeleitet wurde, ist nicht alleine für die Steigerungen bei den Strompreisen verantwortlich. Was Röttgen da macht, ist Ablenken vom Wesentlichen, indem er spitzfindig eine Nebelkerze zündet und nur von der „Energiewende“ redet. Von den „vielen anderen Gründe(n)“ kann sich aber jeder selbst in dem folgenden Diagramm ein Bild machen.


Wie man sieht, haben sich die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb seit 1998 nur unwesentlich erhöht, von 12,91ct auf 13,57ct, während sich der Staat heute für 47% der Steigerung der Stromkosten seit 1998 verantwortlich zeigt. Würde man nicht 1998 sondern 2000 als  Berechnungsgrundlage nehmen, dann wäre der Staat für 79% der Steigerung der Stromkosten verantwortlich!

Die Energiewende sei die langfristige Garantie dafür, dass die Preissteigerungen aufhören, erklärte Ranga Yogeshwar. Da Energie, die von Rohstoffen abhinge auf lange Sicht unaufhaltsam teurer würde, müsse man sich von diesen Rohstoffen emanzipieren und Alternativen finden. Eine Energiewende sei für ihn damit unverzichtbar und natürlich müsse dafür anfangs Geld in die Hand genommen werden.

Dazu fällt mir nur ein:

Wenn eine Lüge gross genug ist und oft genug wiederholt wird, werden die Menschen an sie glauben. Die Lüge kann nur aufrecht erhalten werden, solange der Staat die Menschen vor den politischen, ökonomischen und militärischen Konsequenzen der Lüge schützt. Daher wird es für den Staat lebenswichtig, mit all seiner Macht abweichende Meinungen zu unterdrücken, denn die Wahrheit ist der grösste Feind der Lüge und daraus folgernd ist die Wahrheit der grösste Feind des Staates.

Quelle: http://www.welt.de/fernsehen/article13918450/Wenn-das-Benzin-bald-so-viel-kostet-wie-Rotwein.html

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