Der Ökologismus

Was ist eigentlich der Ökologimus? Im Netz findet sich zwar eine Wikipedia-Seite, die sich der Definition des Begriffs widmet, allerdings gibt es keine eindeutige Definition des Begriffs, vielmehr verliert man sich in zahlreichen Begriffsvariationen und marxistischen Gesellschaftsanalysen, wie z.B. „Ökologische Aspekte umstrittener gesellschaftlicher Machtstrukturen“. Alles klar? Eher nicht.

Eine sehr gute Annäherung an den Begriff „Ökologismus“ fand Ulfried Weißter [1]. Im folgenden sind Auszüge aus seinem Buch „Die Klimakatastrophe – ein Fehlalarm?“ zu lesen, die meiner Meinung nach den Ökologimus am besten darstellen.

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In der Fachwelt gibt es unter den Klimaforschern durchaus keine Einigkeit, sondern die Alarmisten streiten sich heftig mit den Skeptikern, und eine starke Mittelgruppe hält sich mit öffentlichen Äußerungen zurück, weil sie meint, beim jetzigen Forschungsstand lasse sich noch nichts Sicheres sagen.

Wer hat recht? Das können wir hier nicht entscheiden, denn dazu bräuchte es jemanden, der klüger wäre als alle Professoren zusammen, und eine solche Person weiß ich nicht zu benennen. In dieser schwierigen Situation liegt ein Ausweg nur allzu nahe, durch den alles plötzlich sehr einfach wird: Dass wir uns auf unser Fühlen verlassen, auf unser Gefühl, statt auf das Denken, und zwar auf das Gefühl der Empörung. wir fühlen instinktiv, dass der Mensch das Klima zerstört, wie schon immer der Mensch die Natur zerstört hat. Wir vermuten, welche Interessen und welche Gesinnung dahinter stehen, und wir empören uns. Dieses Gefühl fällt stets zusammen mit dem Gefühl, Recht zu haben, und mit dem Bestreben, einen Schuldigen zu finden. Empörung stiftet Ordnung, die Szene wird übersichtlich, indem Schuld bestimmt und Schuldige benannt werden. Wo die Schuld fest steht, herrscht das Gefühl der Ordnung, des abgeschlossenen Prozesses, und es geht nur noch um die Bestrafung des Schuldigen und die einzuleitenden Gegenmaßnahmen. Diesen Sprung vom Verstand zum Gefühl hat Peter von Matt (Das Kalb von der Gotthardpost – Zur Literatur und Politik der Schweiz, Hanser Verlag 2012) eingehend geschildert. Wer diesen Sprung vom Verstand zum Gefühl einmal vollzogen hat, braucht sich mit den fachlichen Einzelheiten nicht mehr zu beschäftigen. Er hat ein ganz sicheres und unerschütterliches Urteil über Probleme fremder Fakultäten, und er ist für eine fachliche Debatte oder sachliche Argumente nicht mehr erreichbar.

Dieses Ausweichen in die Empörung liegt umso näher, je komplexer der jeweilige Gegenstand ist. Beim ultrakoplexen Thema Klima ist also dieses Ausweichen ultra-naheliegend. Ein ähnliches heikles Thema ist, wie sich der niedersächsische Salzstock Gorleben in den nächsten 50.000 Jahren verhalten wird und ob es daher zu verantworten ist, Gorleben als Endlager für radioaktive Abfälle zu nutzen. Dies ist eine schwierige geologische Frage. Jedoch gibt es eine Menge 16jährige Jugendliche, die hierzu eine ganz feste Meinung haben und jedes Mal mitfahren zum Demonstrieren, um ihrer Empörung freien Lauf zu lassen.

Bei dieser Empörung wird stets gebündelt, das heißt es wird eine Menge von Themen in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben: Der Klimawandel, die Begrenztheit der Ressourcen, die Gefahr der Kernkraftwerke, das Kartell der Energieversorgungsunternehmen, das Artensterben, die Macht der Banken, die Armut in den Entwicklungsländern, die genfreien Nahrungsmittel, das Verbot von Versuchstieren, Feminismus, Yoga und vegetarisches Essen. Die Grundüberzeugung geht dahin, dass ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum und ein entfesselter Kapitalismus zu nichts Gutem führen. Diese Überzeugungen bilden zusammen ein festes Fundament. Das Klimathema bildet einen integralen Bestandteil dieses ökologistischen Denkens und ist fest in dieses Fundament einzementiert. Diese Denkweise wird gewöhnlich insgesamt, als Ganzes, übernommen oder nicht. (…)

Für Religionen, gleich ob Amtskirche oder Sekte, und für totalitäre Regime wie das Dritte Reich oder die Deutsche Demokratische Republik war und ist es charakteristisch, dass einige Glaubenssätze als Fundament des Ganzen gelten, aus denen dann weitgehende Forderungen und Maßnahmen abgeleitet werden. Diese Fundamente sind aber ihrerseits der Debatte entzogen. Wer sich zu diesen Glaubenssätzen bekennt, gehört dazu, alle anderen werden als Gegner oder Ungläubige betrachtet. Könne es sein, dass es sich bei der Ideologie der Nachhaltigkeit, zu der auch die Lehre vom Klimawandel und vom gefährlichen Kohlendioxid gehört, um eine Pseudo-Religion handelt, die deshalb eine Abneigung gegen eine kritische Debatte ihrer Fundamentalsätze hat? Auffallend ist jedenfalls dass das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, in diesen Fragen in Deutschland tonangebend, kein Interesse an der Grundlagenforschung zeigt. Der Treibhauseffekt des Kohlendioxids, worauf alles beruht, wird immer als längst bewiesene Tatsache dargestellt. Die Kritiker werden nicht als Diskussionspartner betrachtet, sondern ausgegrenzt und angestrengt nicht zur Kenntnis genommen.
Weil die Bindekraft der christlichen Kirchen  stetig abnimmt, weil aber jeder Mensch und die Gesellschaft insgesamt als Kompass einen obersten Wert brauchen, auf den hin sie sich ihr Leben einrichten und woran sie die Wirklichkeit messen, haben sich Ersatz-Religionen etabliert. Hierzu gehört auch der Ökologismus mit der Ideologie der Nachhaltigkeit.

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Der Ökologismus ist eine Pseudo-Religion, eine Weltanschauung des zum Selbstzweck gewordenen Umweltschutzes, bei der nicht der Mensch, sondern die Erde im Mittelpunkt der naturromantischen, teils bis in die Esoterik reichenden, Überzeugungen steht (Earth first). Nach dem englischen Politikwissenschaftler Andrew Dobson erfüllt der Ökologismus alle Charakteristika einer politischen Ideologie,  Weißer [1] und Miersch, sehen darin eine Art neue Religion [2]. Für den Historiker Joachim Radkau ist nach dem Niedergang des Sozialismus „der Ökologismus weltweit als einzige ideologische Alternative zur absoluten Hegemonie des privaten Gewinn- und Konsumstrebens übrig geblieben“[3].

Der Ökologismus ist prinzipiell eine gegen jeden Wandel gerichtete konservative Orientierung, wird aber vor allem von linken Parteien propagiert, z.B. durch die Behauptung, dass Umweltprobleme, Klimawandel, Artensterben, schlechtes Wetter usw. durch das kapitalistische Wirtschaftssystem verursacht werden, daher müsse der Kapitalismus überwunden werden [4]. Der politische Ökologismus setzt sich die Kontrolle der Produktionsmittel zum Ziel. Da jede wirtschaftliche Tätigkeit mit der Umwandlung von Energie und damit zwangsläufig mit der Emission von CO2 einher geht, ist der menschgemachte Klimawandel einer der wichtigsten Glaubensgrundsätze des politischen Ökologismus.

[1] Weißer, Ulfried: Die Klimakatastrophe – ein Fehlalarm? Die kritischen Stimmen mehren sich, Hamburg, Diplomica Verlag GmbH 2012, S. 12-15

[2] – http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=%C3%96kologismus

[3] – Joachim Radkau: Natur und Macht. Weltgeschichte der Umwelt., C.H.Beck Verlag, 2002

[4] – http://www.linksjugend-solid.de/verband/programm/

Eine Antwort zu Der Ökologismus

  1. Klimarealist schreibt:

    Wo sind alle alten Kommentare geblieben ?

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